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Auserlesene Gemäldeschau
Wie die anderen Besucher der Königskapelle verweile ich andächtig vor dem Hochaltar und - wen wunderts? - mein Interesse konzentriert sich auf die geschnitzten Figurengruppen im unteren Teil. Sie versinnbildlichen die Übernahme Granadas und die Taufe der Mauren. In der Sakristei nebenan befinde ich mich in einer Schatzkammer. In einer Vitrine das florentinische Schwert, das König Ferdinand während der Belagerung Granadas mit sich führte, Krone und Zepter der Königin Isabella. Dann Standarten, Fahnen, königliche Banner, Zeichen des Sieges, Monstranzen, Messbücher, Messgewänder, Requisiten der Sieger.
In der auserlesenen Gemäldeschau aus dem Nachlass der spanischen Königin zieht es mich immer wieder zu den „Heiligen Frauen" des flämischen Malers Hans Memling. Das Bild suggeriert Traurigkeit. Fotografieren verboten. Die Überwachungskamera hat von der Decke her die Besucherschar jederzeit im Griff.
Ich kehre um, um noch einmal das kunstvolle Gitter zu studieren, das den Altar und das Mausoleum abtrennt. Es entstand 1520 auf dem Amboss des Meisters Bartolomé und stellt ein eigenständiges, sehenswertes Kunstwerk dar. Einige Stufen führen mich unter die Marmorpracht, in die Krypta. Ich bin sicher unten angelangt. In dem winzigen, grauen Raum liegen die oben aufwendig Gewürdigten, umgeben von schmucklosem Blei.

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