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Über der Erde wurden wegen der Ästhetik Vordächer und Markisen entfernt und häßliches Terrassenmobiliar verboten. So kommt der attraktive Boden besser zur Geltung: man läuft auf cremefarbenem Marmor, der aus Alicante kommt; der Graue und der Travertino Rojo stammen aus Almería. Der grau-grüne Marmor wurde aus der Sierra Elvira in Granada gebrochen und die grünen Streifen zur Verzierung aus Indien geholt. Die Laternen wurden aus der Originalform aus dem Jahr 1891 gegossen.
Unterirdisch hatte man es mit einem 75 fachen Kabel- und Rohrgewirr zu tun. Bei allen Arbeiten wurde der ehemalige Marktplatz, Plaza de la Constitución, auf den die Straße im Norden mündet, mit einbezogen. Palmen und Apfelsinenbäume geben auch ihm seinen alten Glanz zurück.
Nach einer verkehrsfreien Probezeit von ein paar Wochen haben die etwa 90 Nachbarn sowie die Geschäfts- und Wirtsleute gemeinsam mit der Stadt beschlossen, die Calle Larios und ihre Nebenstraßen ausschließlich zwischen 22.000 und 08.00 Uhr zu befahren. Aber nicht immer ging es mit dem Rückgrat der Altstadt so friedlich zu. Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Aufmärsche, Demonstrationen, Paraden, Kämpfe und Feiern auf der „Larios" sind historische Referenzen in der Stadtgeschichte. Sie nahm manchmal den Charakter einer Volksbühne an.
Als sie im Jahr 1891 eingeweiht wurde, hatten die wohlhabenden Anlieger, allen voran ihr Initiator, der Marquis de Larios, zur Feier des Tages eine Kutschenparade organisiert. Nachdem alle Festredner ihre Sprüche aufgesagt hatten, fuhren die geputzten Gespanne vom Marineplatz am Hafen in die Straße ein und wurden programmgemäß mit Tausenden von Blumen von den aufwendig geschmückten Balkons beworfen. Da plötzlich ging etwas sehr schief: die Bürger, die zum Leid der Feiernden von den Festlichkeiten nicht ausgeschlossen werden konnten, waren über die schamlose Zurschaustellung von Prunk und Wohlstand empört und begannen die in der Menge feststeckenden Fahrzeuge und ihre Passagiere mit weniger duftenden Gegenständen zu bewerfen. Die Kutscher verteidigten sich mit der Peitsche, die Pferde scheuten, und die illustren Fahrgäste und ihre Beschützer mussten unter dem Gespött der Menge in die Häuser flüchten. Nur durch ein Wunder floss kein Blut. Die Feier endete mit einem Spektakel, der in der Presse des Landes ironisch kommentiert wurde.

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