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Bevor die Axarquia sich dem Tourismus erschloss, lebte sie ausschließlich von der Landwirtschaft. Noch heute steht die Landwirtschaft an erster Stelle der Einkommensskala. Genau genommen lebt sie teilweise auch vom DSC 5420 smallTourismus. Die vielseitige Gastronomie nutzt das reichhaltige Angebot aus Landwirtschaft und Fischfang. Die Küche der Axarquia basiert auf Olivenöl, Fisch und Feldprodukten. Der landwirtschaftliche Anbau hat eine große Veränderung erfahren. Zuckerrohr wurde immer weniger rentabel, die Zuckerfabriken stehen als Ruinen in der Landschaft; auch die "Azucarera" in Torre del Mar wurde stillgelegt. Was in der Gegend noch geerntet wird, geht per Lastwagen nach Motril in die Rumfabrik.
Im Anbau gibt es starke Kontraste: In den fruchtbaren Niederungen wachsen vor allem Kartoffeln und Gemüse; auf den bewässerten mittleren Feldern gedeihen tropische Früchte und in den bergigen Zonen wie von altersher Oliven, Mandeln und Trauben; die Feigenbäume sind selten geworden.
Die Landarbeit unter der glühenden Sonne verlangt großen Einsatz. Die Meeresbrise lindert zwar etwas die lastende, kräfteverschleißende Sommerhitze, aber die Campe- sinos tun gut daran, schon vor Sonnenaufgang zu arbeiten, um sich während der größten Hitze zur Siesta zurückzuziehen. Bei der Ernte helfen alle Familienmitglieder mit, dazu haben sie am Sonntag die meiste Zeit. Die Bauern bieten ein immer breiteres Angebot an Gemüse aus den Treibhäusern, die mehrere Ernten im Jahr bringen. Leider verschandeln diese "Invernaderos" zunehmend die Landschaft, denen dazu nachgesagt wird, dass sie das Klima ungünstig beeinflussen.
Zu jeder Jahreszeit können wir Gemüse kaufen, das wir in den nördlichen Breiten nicht in Feld und Garten sehen. Auberginen, Stangensellerie, Brokkoli, Fenchel, Knoblauch, Mangold, Paprika, Peperoni, Süßkartoffeln, Fleischtomaten und verschiedene Salatsorten. Oliven erntet man hauptsächlich von November bis Februar, von November bis Januar Orangen, Zitronen und Avocados, im April Mispeln und Erdbeeren, im Mai Aprikosen, im Juni Pflaumen, Kirschen, Frühfeigen, im Juli Birnen, Melonen, im August Pfirsiche, Feigen, Birnen, Trauben, MandeIn, Kaktusfeigen, im September Trauben, im Oktober Nüsse, Mango, im November Granatäpfel, Papayas, Chirimoyas, Edelkastanien, essbare Eicheln, im Dezember Passionsfrüchte.
Große Flächen in den Bergen bieten nur Schafen und Ziegen Nahrung. Einst gab es um die Gebirgsdörfer reiche Wälder. Sie lieferten Holz für den Schiffbau, Brennholz für die Zuckersiedereien, Bäckereien und Ziegeleien, sowie Holzkohle für den Hausbrand in den Städten.
"Los Carboneros" ist ein erhalten gebliebener Name für Zonen, wo einst die Meiler der Köhler rauchten. Maultiertreiber brachten die Kohle nach Malaga. Den Rest des Holzes verfeuerte die spätere Industrie. Die Verkarstung ist das Werk von Menschenhand. Man hat unverantwortlicherweise das Setzen neuer Bäume versäumt. In den letzten Jahren sind erstaunliche Bemühungen festzustellen, die Berge wieder aufzuforsten, selbst in großer Höhe und an steilen Hängen. In den Bergen findet man eine reiche Flora und Fauna. Viele Tierarten sind gefährdet durch die weitverbreitete Jägerei und Fallenstellereiund mussten geschützt werden. Unter den Wildpflanzen sind viele als Gewürze zu verwenden; wir können hier Rosmarin, Thymian und Kapern selbst sammeln.


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