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Picasso - endlich unter uns            von Hans Seybold, "Das aktuelle Spanienmagazin"

Picasso wollte zeitlebens ein eigenes Museum in seiner Geburtsstadt haben, und diese Pinakothek ist die Verwirklichung seiner Träume. Am 27. Oktober hat, dank der Großzügigkeit der Erben des Künstlers, Christine Ruiz-Picasso und Bernard Ruiz-Picasso, seine Schwiegertochter und sein Enkel, das Museo Picasso Malaga das Licht der Welt erblickt. Beide hatten zu diesem Zweck einen Teil ihrer 1973 geerbten Kunstsammlung gestiftet. Das Museum öffnete seine Tore mit einer ansehnlichen Zahl von Ausstellungsstücken im Inneren: 204 Arbeiten von Ende des XIX. Jahrhunderts bis 1972. Anhand dieses Kunstschatzes ist nicht nur die Entwicklung des Malers, sondern auch des Bildhauers und Töpfers zu verfolgen. Der von der Schwiegertochter gestiftete Teil besteht aus 133 Arbeiten: 14 Ölgemälde, 9 Skulpturen, 44 Zeichnungen, 58 Graphiken, 7 Keramiken und zusätzlich 36 Zeichnungen der Serie Royan. Picassos Enkel Bernard seinerseits ist mit einer Schenkung von 22 Arbeiten vertreten: 5 Ölgemälde, 2 Zeichnungen, 10 Graphiken und 5 Keramiken. Außerdem sind da noch 49 Arbeiten, die beide Erben gemeinsam kostenlos für die (verlängerbare) Zeitspanne von 10 Jahren zur Verfügung gestellt haben: 23 Ölgemälde, 2 Skulpturen, 7 Zeichnungen,5 Graphiken und 12 Keramiken.

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Das berühmte internationale Auktionshaus Sotheby’s hat den Wert dieser Sammlung auf 176 Mio. Euro geschätzt. Das gibt Aufschluss über die Großzügigkeit dieser Spende, nicht nur wegen der hohen Summe, die einen Ankauf unmöglich gemacht hätte, sondern weil die Mehrheit der Arbeiten nicht zum Verkauf standen, weil es sich um Privatsammlungen der Picasso-Familie handelt. Picasso wollte zeitlebens ein eigenes Museum in seiner Geburtsstadt haben, und diese Pinakothek ist die Verwirklichung seiner Träume. Sie hatte 50 Jahre auf Eis gelegen wegen der klaren Absage, die die örtlichen Behörden seinem Sohn Paolo und seiner Schwiegertochter gegeben hatten, indem sie die Kunst von Pablo Ruiz Picasso als “degradiert” einstuften. Der internationale Erfolg von zwei Ausstellungen, die Christine, die Frau von Picassos erstem Sohn (Picasso Clásico, 1992, und Picasso, Primera Mirada, 1994) organisiert hatte, schufen ein vorteilhaftes Klima für die Verhandlungen, die jetzt mit der Öffnung dieses großen Museums erfolgreich abgeschlossen worden sind. Der Hinweis von Christine, möglicherweise eine bedeutende Schenkung zu machen, stieß bei der Junta de Andalucia auf fruchtbaren Boden, die dann ein sehr aktiver Teil des Projektes wurde und keine Mühen und Kosten zu seiner Realisierung gespart hat. Der Buenavista Palast, Gebäude aus dem XVI. Jahrhundert mit Renaissance-Deckentäfelung im Mudejar-Stil in allen Räumen, ist die neue Unterkunft der Colección Permanente (Permanente Sammlung) des entscheidendsten Künstlers des XX. Jahrhunderts. Um den Innenhof herum und auf beiden Geschossen des Gebäudes liegen. 12 Säle, in denen 204 Arbeiten den Geist und die Evolution des Künstlers zeigen. Eine chronologische Biografie, angefangen 1894, Jahr der ersten ausgestellten Arbeit (als der junge Maler erst dreizehn war) bis 1972, ein Jahr vor seinem Tode.


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